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Siegerehrungen Brettertal Samstag 6.6. (Fotos von Lukas Schahs) und Sonntag 7.6. 2026
Gratulation allen Siegern und Platzierten


Begräbnis Walther Luft: 23. Juni 2026 11 Uhr Friedhof Ottakring

Walther Luft (1944 - 2026) verstorben: Nachruf gestaltet von Max Hengl:

Pionier des österreichischen Trialsports:
Eine Ehrenbiografie von Walter Luft

1. Einleitung: Der Wegbereiter einer Disziplin

Walter Luft ist weit mehr als ein erfolgreicher Motorsportler; er ist der zentrale Architekt, der den österreichischen Trialsport aus seinem Nischendasein herausgehoben und auf die internationale Weltbühne projiziert hat. In einer Ära, in der Trial in Österreich noch weitgehend unbekannt war, fungierte Luft als der erste international renommierte Fahrer und innovative Konstrukteur des Landes. Sein Status als „Trial-Gott“ ist das Resultat einer beispiellosen Karriere, die sportliche Höchstleistung mit technischem Pioniergeist verband. Er schuf das Fundament für die Anerkennung dieser hochspezialisierten Disziplin und bleibt bis heute das unerreichte Vorbild für Generationen von Fahrern. Sein Weg vom talentierten Handwerker zur Legende markiert den Wendepunkt des heimischen Geländesports.

2. Fundament und Herkunft: Der Meister seines Faches

Die Grundlage für Walter Lufts sportliche Überlegenheit lag nicht allein in seinem außergewöhnlichen Gleichgewichtssinn, sondern maßgeblich in seiner tiefen handwerklichen Verwurzelung. Als „Schraubmensch“ im besten Sinne war seine Karriere untrennbar mit seiner beruflichen Expertise verknüpft.

 

Biografie: Walter Luft

     Geburtsdatum:  15.11.1944

     Geburtsort:  Süßenbach bei Raabs/Thaya, Niederösterreich

     Berufliche Qualifikation:  Kunstschmiedmeister und Drehermeister

     Unternehmen:  Ein-Mann-Betrieb für Reparaturen und Einzelanfertigungen von Werkzeugmaschinen. Lufts Fähigkeit, Maschinen nicht nur zu bedienen, sondern sie in ihrer mechanischen Struktur radikal zu optimieren, verschaffte ihm einen entscheidenden Vorsprung. In seiner Werkstatt flossen handwerkliche Präzision und sportliche Anforderungen ineinander. Er fertigte Spezialteile an, die es auf dem Markt nicht gab, und legte damit den Grundstein für seine späteren Eigenbau-Erfolge. Diese technische Souveränität war die Basis, von der aus er die nationalen Wettbewerbe deklassierte.

3. Nationale Dominanz: Der „Moped-Virtuose“ in heimischen Sektionen

In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren beherrschte Walter Luft die österreichische Szene nahezu nach Belieben. Zeitgenössische Berichte feierten ihn als „Moped-Virtuosen“ und schrieben seinem Fahrstil eine Qualität zu, die als „Motorrad-Artistik“ bezeichnet wurde. Während Mitbewerber mit knöcheltiefem Schlamm und eisigen Rundkursen kämpften, schien Luft förmlich über die Hindernisse hinweg zu schweben. Markant war seine Überlegenheit am Grazer Feliferhof: 1967 gewann er die 11. Schlammschlacht mit lediglich 8 Strafpunkten, während der Zweitplatzierte bereits 20 Punkte sammelte. Sein Fahrstil galt als „Hohe Schule auf zwei Rädern“ – eine Mischung aus technischer Perfektion und mentaler Ruhe.

 

Ausgewählte Resultate (National & International):|

1967 | 11. Grazer Trial am Feliferhof | 1. Platz | Puch 100 | Nur 8 Strafpunkte

1969 | Nationales Motorrad-Trial Tulln | 1. Platz | Puch 250 | 4000 Zuschauer

1970 | 10. Grazer Trial (Feliferhof) | 1. Platz | Puch (Eigenbau 175) | 19 Strafpunkte

1973 | WM Spanien (Matadepera) | 5. Platz | Puch | Weltklasse-Ergebnis

1973 | WM Deutschland (Kiefersfelden) | 7. Platz | Puch | Top-10 Platzierung

1974 | WM Frankreich (Sancerre) | 7. Platz | Puch | Internationaler Durchbruch

Diese Erfolge ebneten den unvermeidlichen Weg auf das härteste internationale Parkett.

Es folgten noch viele Siege und Topplatzierungen, hier alle zu erwähnen, ist unmöglich.

4. Internationaler Durchbruch: Santigosa und die schottischen Highlands

Walter Luft bewies als erster Österreicher, dass ein Pilot aus der Alpenrepublik auf Weltniveau bestehen kann. Sein Name erlangte insbesondere in Spanien und Schottland legendären Status.

     Spanien (Santigosa):  Beim prestigeträchtigen 3-Tages-Trial in Santigosa wurde Luft zum „Trial-Gott“. Auf einer  250 ccm Puch  besiegte er mit 115 Punkten die versammelte europäische Elite, darunter Werkspiloten auf Bultaco, Montesa und Ossa. Dieser Sieg gegen die damals übermächtigen spanischen Marken auf einem österreichischen Motorrad zementierte seinen Ruf.

     Schottland (Six Days Trial):  Bei der „Scottish Six Days Trial“ (SSDT), dem härtesten Trial der Welt, schrieb er Geschichte. Er war der  erste Österreicher , der die „Edinburgh-Trophy“ für den besten Ausländer gewann und sicherte sich zudem die Silbermedaille des „First-Class-Award“.

     Technik:  In Schottland trat er auf einer Eigenbaumaschine mit einem auf  187 ccm  erweiterten Puch-Motor an – eine Sensation in der Fachwelt.

5. Der Konstrukteur: Innovation durch Leichtbau und KTM

Sein Credo war radikal:  Leichtbau . Während damalige Maschinen oft schwerfällig waren, strebte Luft nach extremer Agilität. Seine Eigenbaumaschinen wogen oft nur sensationelle  65 kg . Für die Marke KTM wurde er in der Abteilung „Versuch“ zum entscheidenden Architekten der Trial-Entwicklung.

     KTM-Entwicklung:  Nahezu im Alleingang trieb er die Entwicklung der KTM-Trialmaschine voran.

     Die Nachtschicht:  Seine kompromisslose Arbeitsmoral zeigte sich bei einer legendären Episode im Werk Mattighofen: Nach einem Unfall am Weg zu einem Wettbewerb waren Tank und Seitenteile seines Prototyps zerstört. Da es sich um ein Versuchsfahrzeug handelte, gab es keine passenden Ersatzteile. Luft und sein Team bastelten die gesamte Nacht durch, um die Maschine irgendwie fahrfertig zu machen. Trotz der Improvisation und funktionaler Abstriche startete er am nächsten Morgen – sein Wille zur Perfektion war ungebrochen.

6. Der Mentor und das menschliche Profil

Hinter dem strengen Konstrukteur verbarg sich ein Mensch mit Schalk und Herz. Luft nahm junge Talente wie  Joe Wallmann  oder den späteren Award-Schöpfer  Max Hengl  unter seine Fittiche. Er war ein strenger, aber gerechter Lehrmeister, der sein Wissen direkt in der Werkstatt weitergab. Sein Charakter war geprägt von technischem Ernst und kindlicher Freude am Spiel. Ob als leidenschaftlicher „Schwammerlsucher“, der Edelreizger schon aus dem fahrenden Auto erspähte, oder als Schelm, der seinem Freund während einer Reisepause heimlich eine Kröte auf den Brustkorb setzte – Walter Luft blieb trotz seines Erfolges nahbar. Seine Freundschaften hielten über 50 Jahre und prägten die Atmosphäre im Fahrerlager nachhaltig.

7. Das Vermächtnis: Der „Trial-Walther“ Award

Zur Würdigung dieses Lebenswerks stiftete der ÖTSV den  „Trial-Walther“ , den „Oscar des österreichischen Trialsports“. Die von Max Hengl entworfene Skulptur ist eine tiefsinnige Hommage an Lufts Schaffen:

     Materialien:  Die Metall-Grundplatte und der angeschweißte Ring symbolisieren seine Wurzeln als Kunstschmied und Drehermeister.

     Leichtbau-Symbolik:  Das Motorrad der Skulptur ist aus Sperrholz gefertigt. Auf Lebensgröße umgerechnet würde die Maschine nur  25 kg  wiegen – die ultimative Verwirklichung seines Leichtbau-Ideals.

     Farbkodierung:

     Rot:  Steht für seine Siege auf Puch.

     Orange:  Repräsentiert die Ära bei KTM.

     Grün:  Erinnert an seinen geliebten VW Variant, sein treues Begleitfahrzeug über Jahrzehnte.

     Design:  Die Skulptur vereint Elemente seiner Eigenkonstruktionen, von der Gabel seines ersten Mopeds bis zum Rahmen der KTM .

     Steinkugel: Das Einzigartige an der Skulptur ist aber die Steinkugel, die von Walther Luft selbst hergestellt wurde. Damit schließt sich der Kreis.

     Erster Award-Empfänger: Natürlich war Walther Luft der erste Empfänger dieser Skulptur mit einer feierlichen Überreichung anlässlich eines Trials in Lunz.

8. Fazit: Ein Leben für die Balance

Walter Luft hat den österreichischen Trialsport nicht nur geprägt – er hat ihn in seinen Grundfesten mitdefiniert. Vom „Moped-Virtuosen“, der im knöcheltiefen Gatsch des Feliferhofs Artistik zelebrierte, bis zum visionären Konstrukteur, der keine Kompromisse bei Gewicht und Funktion einging, bleibt sein Einfluss bis heute spürbar. Sein Lebenswerk ist die Erinnerung daran, dass sportliche Exzellenz untrennbar mit technischem Handwerk verbunden ist. Als Pionier, Mentor und Mensch bleibt er die unangefochtene Identifikationsfigur des österreichischen Trialsports – ein unermüdlicher Sucher nach der perfekten Balance, sowohl in der Sektion als auch im Leben.

 

Sehr geehrter Freund und Mentor. Ich möchte mich für deine 53 jährige Freundschaft, Unterstützung und Mentorenschaft bedanken. Du hast mich sehr viel gelehrt, sowohl menschlich als auch technisch. Wir haben unendlich Vieles gemeinsam erlebt und hatten unsere Freude und unseren Spaß daran. Das macht einen guten Freund aus, der du wahrhaftig warst. Danke dafür. 

Dein Max Hengl, Friends for ever.


Die Sieger Brettertal am Samstag 30.5.2026 Spuren grün und weiß


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Die Staatsmeister 2025 im Kurzvideo.....allen herzliche Gratulation